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Über mich

„Psychotherapeuten sind Leute, die aus einer Mücke einen Elefanten machen.“

Von Sätzen wie diesem aus meinem engsten Umfeld verunsichert, habe ich nach dem Abitur doch noch umgeschwenkt. Nicht Psychologie mit dem Ziel Psychotherapeutin studiert, sondern „etwas Gescheiteres“: etwas (zumindest ein wenig) besser Angesehenes, mit klugem Anschein und mehr Glamour. Nach dem Abschluss als Kommunikationswissenschaftlerin habe ich in Journalismus und PR gearbeitet. Und den Eindruck gewonnen: Journalisten sind Leute, die aus den unterschiedlichsten Tieren scheinbare Bestien machen, durch die Überbetonung von Aspekten von Ereignissen, Entwicklungen und Personen, die beim Publikum Angst, Unverständnis oder Ärger hervorrufen. So entstehen Schlagzeilen.

Wie aber lassen sich die negativen Auswirkungen von Ereignissen lindern oder heilen, Entwicklungen umlenken und was bringt das beste Selbst einer Person hevor? Das blieben für mich die wirklich spannenden Fragen. Antworten, Pforten und Wegweiser fand ich am am SySt®-Institut in München. Dort habe ich den lösungsfokussierten Ansatz, systemische Strukturaufstellungen und hypnosystemische Therapie erlernt.

Über die Arbeit von und mit Insa Sparrer, Matthias Varga von Kibed, Luc Isebaert, Yvonne Dolan, Gunther Schmidt und Hélène Dellucci habe ich verstanden:

Lösungsfokussierte Therapeuten sind Leute, die Elefanten Elefanten und Mücken Mücken sein lassen. Sie vertrauen dem Menschen, der von diesen Tieren berichtet und helfen ihm, sich mit diesen anzufreunden, sie zu zähmen, zu besiegen oder zu verwandeln.​

Und ich habe gesehen: Wenn ein Klient eine Mücke als einen Elefanten sieht, erlebt er häufig die Spätfolgen eines Traumas. Wenn er aus einer Mücke einen Elefanten macht, versucht er wahrscheinlich ein für ihn wichtiges Bedürfnis zu befriedigen, wenn auch auf dysfunktionale Weise. Macht er aus einem Elefanten eine Mücke, versucht er wiederum auf dysfunktionale Weise ein anderes existentielles Bedürfnis zu befriedigen, welches nicht selten mit Loyalitäten und Angst vor den Folgen einer Veränderung einhergeht und damit zum Erhalt des Status quo beiträgt, auch wenn dieser aus eigentlich unhaltbaren und schädlichen Umständen oder Beziehungsmustern besteht.

Außerdem habe ich gelernt, Mücken keinesfalls zu unterschätzen. Eine kleine Mücke, penetrant genug, hat das Potenzial einen ausgewachsenen Elefanten zu piesacken und am Ende womöglich in den Wahnsinn zu treiben. Und ein einziger Moment, klein wie eine Mücke im Universum, kann im Leben eines Menschen alles verändern. Und so sind es auch in der Therapie häufig die kleinen Schritte, die scheinbar winzigen, aber wichtigen Details und das wohldosierte Vorgehen, welche die großen Veränderungen einleiten.